Als kreative Werbeagentur in Pasching arbeiten wir Netzwerkkapitäne täglich mit großen Datenmengen: Grafiken, Videos, Kampagnenentwürfe, Pitches – alles wird digital geteilt, verschickt und gespeichert. Ein beliebtes Tool dafür war bisher WeTransfer. Schnell, unkompliziert, zuverlässig. Doch seit kurzem hat sich etwas geändert – etwas, das uns als Agentur nicht nur skeptisch macht, sondern auch dazu veranlasst hat, den Dienst ab sofort nicht mehr zu verwenden.
Der Grund dafür liegt in den neuen AGB (Allgemeinen Geschäftsbedingungen) von WeTransfer, genauer gesagt in Punkt 6.3. Darin räumt sich das Unternehmen das Recht ein, auf die von Usern hochgeladenen Inhalte zuzugreifen und diese zu analysieren, verarbeiten oder nutzen zu dürfen – wenn auch “zur Verbesserung der Dienste” oder “zur Einhaltung gesetzlicher Anforderungen”.
Aber was bedeutet das konkret? Und warum ist das für Agenturen, Unternehmen und eigentlich für jeden Nutzer ein massives Problem?
Was steht in den AGB von WeTransfer?
Laut Punkt 6.3 der WeTransfer AGB (Stand: Juli 2025) heißt es sinngemäß:
„Sie gewähren WeTransfer eine Lizenz zur Nutzung Ihrer Inhalte – soweit dies für den Betrieb, die Verbesserung oder die Analyse des Dienstes erforderlich ist.“
Klar – auf den ersten Blick klingt das nach technischem Standard-Jargon. Doch juristisch gesehen ist das ein Freifahrtschein, mit dem WeTransfer Zugriff auf sämtliche Dateien erhält, die über die Plattform verschickt werden – inklusive kreativer Entwürfe, interner Präsentationen, Marketingkonzepte und sensibler Kundendaten.
Ob sie das aktiv tun oder nicht, sei dahingestellt. Entscheidend ist: Sie dürfen es – und wir als Nutzer haben mit dem Akzeptieren der AGB eingewilligt.
Warum das nicht akzeptabel ist
In einer Zeit, in der Datenschutz mehr sein sollte als ein Lippenbekenntnis, ist diese Praxis aus unserer Sicht nicht tragbar. Als Werbeagentur tragen wir Verantwortung – für unsere Kund:innen, ihre Marken, ihre Daten. Wir arbeiten mit vertraulichen Inhalten und Strategien, die auf keinen Fall in fremde Hände geraten dürfen.
Dass ein externer Dienstleister wie WeTransfer sich das Recht herausnimmt, in diese Daten “reinzuschauen”, ist für uns eine klare Grenzüberschreitung.
Denn: Was passiert mit diesen Daten? Wer analysiert sie? Werden sie für KI-Trainings verwendet? Für Marktforschung? Für Profiling? Die AGB geben darauf keine konkreten Antworten – und genau das macht es gefährlich.
Transparenz sieht anders aus
WeTransfer betont in seinen öffentlichen Statements immer wieder, wie wichtig dem Unternehmen Datenschutz und Datensicherheit seien. Doch wer sich die Mühe macht, die rechtlichen Dokumente (wie die Terms of Service oder Privacy Policy) durchzulesen, erkennt schnell: Die Formulierungen sind vage, die Spielräume groß.
Es wird zum Beispiel nicht eindeutig geklärt, welche Datenarten analysiert werden dürfen oder wie lange sie gespeichert werden. Ebenso fehlen klare Aussagen dazu, ob und wann Inhalte an Dritte weitergegeben werden – etwa zu Analysezwecken oder im Rahmen von Kooperationen.
In einer idealen Welt müssten solche Dinge glasklar formuliert sein. In der Realität bedeuten sie aber meist: maximale Freiheit für das Unternehmen – und maximale Unsicherheit für uns als Nutzer.
Was sind die Alternativen?
Zum Glück gibt es Alternativen – eine davon ist SwissTransfer. Der Dienst wird von der Schweizer Firma Infomaniak betrieben und bietet alles, was wir von einem modernen Filetransfer-Service erwarten: große Upload-Limits, einfache Bedienung und vor allem: Datenschutz auf europäischem Top-Niveau.
Warum SwissTransfer?
- Keine Analyse oder Nutzung der Daten: Die übertragenen Inhalte werden nicht analysiert, nicht weitergegeben und nicht für eigene Zwecke verwendet. So, wie es sein sollte.
- Serverstandort Schweiz: Das heißt: strenge Datenschutzgesetze, kein Cloud Act wie in den USA, keine Hintertür für internationale Behörden.
- Keine Registrierung erforderlich: Einfach Datei hochladen, Empfänger angeben – fertig. Genau wie bei WeTransfer. Nur ohne Risiko.
- Open Source & transparent: Infomaniak (=swisstransfer) legt Wert auf Nachhaltigkeit, Transparenz und Datensicherheit – und das merkt man in jedem Aspekt des Dienstes.
Unsere Konsequenz: Schluss mit WeTransfer
Wir haben uns entschieden: WeTransfer wird bei uns nicht mehr verwendet. Punkt.
Zu groß ist das Risiko, dass vertrauliche Daten in falsche Hände geraten oder für Zwecke genutzt werden, denen wir nie zugestimmt haben.
Das bedeutet auch: Wir sensibilisieren unsere Kund:innen, Partner:innen und Teams. Jeder, der mit uns Daten austauscht, bekommt von uns künftig klare Empfehlungen – inklusive SwissTransfer-Link.
Fazit: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser
Die Digitalisierung bringt viele Vorteile – aber auch neue Risiken. Wer Dateien online verschickt, sollte sich nicht nur auf Schnelligkeit und Bequemlichkeit verlassen, sondern auch auf den Faktor Vertrauen.
Für uns als Netzwerkkapitäne ist klar: Vertrauen entsteht durch Transparenz, Datenschutz und klare Werte – und nicht durch schwammige AGB-Klauseln.
Deshalb sagen wir: Tschüss WeTransfer – hallo SwissTransfer.
Wenn ihr Fragen habt oder auf SwissTransfer umsteigen wollt – wir helfen euch gerne dabei.
Denn Datenschutz ist kein Trend. Es ist ein Statement.
Eure Netzwerkkapitäne
Kreativ. Klar. Konsequent.
